Bilderimport (fast) komplett automatisiert

Von Aperture zu Bridge, Photoscape X und Grunt

Adobe Bridge
"Adobe Bridge"

Was wären Kochrezepte ohne Bilder die Appetit auf die beschriebenen Gerichte machen. Aber wie kommen diese Bilder von der Digitalkamera mit möglichst wenig Aufwand in das Rezept auf meinem Blog? 

Ade, Aperture!

Früher verwaltete ich meine Bilder in Apple Aperture. Von dort aus exportierte ich sie mit samt Wasserzeichen und in zwei Größen in ein bestimmtes Verzeichnis. Die unterschiedlichen Größen dienen der Bandbreiteneinsparung auf Smartphones. Dort bekommt Ihr nämlich nur eine kleine Version der Bilder zu sehen, und ich finde Euer Browser sollte auch nur diese kleine Version laden müssen, damit Euer Datenvolumen nicht unnötig geschröpft wird. In diesem Verzeichnis hatte ich ein Prepos Projekt eingerichtet das auf Knopfdruck alle Bilder für das Web optimierte. Richtig auch dies um Eure Bandbreite zu schonen und damit auch die Geschwindigkeit des Blogs zu erhöhen. Danach band ich die Bilder mit dem Content Management System meines Blogs in die Seite ein. Alles in allem schon recht komfortabel aber doch auch zeitaufwändig.

Adobe Bridge und Photoscape X als Nachfolger

Irgendwann kündigte Apple an, Aperture zugunsten ihrer neuen "Fotos"-App nicht mehr weiter zu entwickeln. So musste ich mich rasch nach einer Alternative umschauen. Denn mit verlaub "Fotos" taugt nicht mal für meine semi-se­mi­pro­fes­si­o­nellen Bedürfnisse. So viel Geld wie ich einst in Aperture steckte, wollte ich nicht mehr ausgeben und so landete ich recht schnell bei einer Kombination aus Adobe Bridge und Photoscape X. Hierbei benutze ich das kostenlose Adobe Bridge zum Verwalten der schieren Masse an Fotos die ich habe. Und da ich nicht im RAW Format fotografiere kommt das preisgünstige Photoscape X zum Bearbeiten der Bilder zum Einsatz. Ein Vorteil hierbei ist das Bridge im Gegensatz zu Aperture keine riesigen Media-Libraries anlegt und Bilder so fast den doppelten Speicherplatz benötigen. Ich war also mit den neuen Tools sehr happy, aber eine Sache vermisste ich doch schmerzlich: die Export Skripte für das Wasserzeichen und für die Umwandlung der Bilder in verschiedene Größen. 

Grunt, die eierlegende-Wollmich-Wildsau

Aber Moment mal, für das Optimieren von Bildern setze ich in anderen Projekten doch nun schon eine Weile das auf Node.js basierende Frontend-Build-System Grunt ein. Und dieses kann mit Hilfe von anderen Tools wie ImageMagick doch auch sonstige Bildmanipulationen wie "Wasserzeichen einfügen" oder "Größe verändern" durchführen. Und das alles automatisiert aus der Kommandozeile heraus, wenn man es denn einmal richtig konfiguriert hat. Also setze ich mich daran, eine solche Konfiguration, in Grunt "Task" genannt, zu erstellen.

Daraus entstand dann mein aktueller fast vollständig automatisierter Workflow: ich exportiere die Bilder die zu einem Rezept gehören sollen von Bridge aus in ein bestimmtes Verzeichnis. Dort gebe ich ihnen aussagekräftige Namen wie z.B. "zutaten.jpg" oder "pfanne.jpg". Dann starte ich z.B. mit "grunt import --dir 267" meinen Grunt-Task für das Rezept mit der Nummer 267. Dieser schnappt sich die Bilder, wandelt sie in zwei verschieden Größen, fügt das Wasserzeichen hinzu, optimiert sie für das Web und lädt sie schließlich per FTP auf meinen Webspace, also dem Online-Speicherplatz für meinen Blog. 

Cool, das alles automatisch und immer wieder wiederholbar! Ich musste dann lediglich noch die Bilder mit einer bestimmten Syntax in meine Rezepte einbinden. Doch Informatiker sind ja Faul und so nervte mich bald auch der letzte Punkt, den ich immer wieder per Hand ausführen musste und dabei dauernt die erforderliche Syntax oder die Namen der Bilder vergass.

Faulheit macht erfinderisch

Heute morgen kam mir dann die Idee, wie ich auch das für mich verbessern könnte. Der Grunt-Task "weiß" ja ganz genau welche Bilder er bearbeitet und wie diese heißen. Und so fügte ich am Ende einen neuen Untertask hinzu, der mir nun die Namen der Bilder in der richtigen Syntax für mein CMS ausspuckt. Ich muss diese jetzt nur noch kopieren und in das Rezept einfügen.

Damit ist der Bilderimport nun fast komplett automatisiert. Mal schauen ob ich das händische Kopieren der Tags für die Bilder auch noch weg optimieren kann.

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Gravatar von JensJens am 19.09.2015 um 20:49
in Tech-Talk
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